In Autoreninterview Gesa Schwartz

Gesa Schwartz über Nacht ohne Sterne

© Moutevelidis Photography


Autorin Gesa Schwartz stand mir vor kurzem Rede und Antwort in einem Interview über ihr neues Buch Nacht ohne Sterne! Nach ihrer erfolgreichen Grim Reihe und den Chroniken der Schattenwelt bereits ihr siebtes Buch.

Sehnlichst erwarte ich schon seit längerer Zeit den Erscheinungstermin des Schmöckers und da bin ich wohl nicht die Einzige. ;) Nun hat die Wartezeit endlich ein Ende und da habe ich gleich ein wenig nachgebohrt wie diese neue Geschichte entsanden ist, was so alles auf uns Leser zukommen wird und ob sich die Autorin auch mit ihrer Protagonistin identifizieren kann. Aber lest selbst... 








Gesa, würdest du uns zu Beginn ein wenig von dir erzählen und erklären wie du überhaupt zum Schreiben gekommen bist?

Ich lebe in der Nähe von Hamburg in einem Zirkuswagen, gemeinsam mit meinem tschechoslowakischen Wolfshund Fenris und jeder Menge Skurrilitäten, angefangen bei afrikanischen Masken, uralten Mobilés, Glasperlen vor den Fenstern und handgeschnitzten Marionetten, die sich ohne jeden Zweifel bewegen, sobald ich nicht hinsehe. Und dann sind da natürlich noch meine Bücher. Sie sind viele. Und sie sind ÜBERALL. Manchmal denke ich, dass sie sich auch heimlich bewegen. Auf jeden Fall vermehren sie sich, was vielleicht daran liegt, dass ich mich seit jeher weigere, sie wegzuwerfen. Ebenso lange bin ich wohl Geschichtenerzählerin, und sobald ich dazu in der Lage war, habe ich meine Geschichten aufgeschrieben. Später hat meine Liebe zur Literatur mich dazu gebracht, Deutsche Philologie, Philosophie und Deutsch als Fremdsprache zu studieren, und das Schreiben ist immer mehr zu einem elementaren Teil von mir geworden – zu einer Lebensnotwendigkeit, ohne die ich mir mein Dasein nicht vorstellen möchte. 

 Wie lange hat es von der ersten Idee bis zum Abschluss von „Nacht ohne Sterne“ gedauert? Gab es kleine Hürden, wie zum Beispiel Schreibblockaden, die du überwinden musstest? 

Das hat etwa ein Jahr gedauert, und natürlich gab es Phasen, in denen es nicht so voran ging wie gedacht. Aber gerade, wenn ich mich dann trotzdem hingesetzt und weitergemacht habe, sind mir oft die schönsten Dinge mit meinen Geschichten passiert, und nicht selten haben sich ausgerechnet in diesen Momenten einzelne Teile wie durch Zauberhand zusammengefügt. Und wenn mir eine der Figuren gerade in einer Phase der Selbstzweifel dann ihren wahren Namen nennt und ich zusehen kann, wie sie zu leben beginnt – dann ist dieser Augenblick jede Hürde wert, die ich zuvor nehmen musste.





Nacht ohne Sterne

Romantisch, düster und aufregend fantastisch 

Die 16-jährige Naya ist Tochter einer Elfe und eines Menschen. Ein Mischwesen, das keine Magie zu beherrschen scheint und sich weder der geheimnisvollen Elfenwelt New Yorks noch der Welt der Menschen gänzlich zugehörig fühlt. Ihr bester Freund Jaron ist ein Lichtelf, der New York vor den Machenschaften der Dunkelelfen bewahren soll. Doch dann wird Naya mitten hinein gezogen in den jahrhundertealten Krieg zwischen den beiden Völkern. Und als sie den Dunkelelf Vidar kennenlernt, wird all ihr bisheriges Wissen auf den Kopf gestellt. Welche Ziele verfolgt Jaron, welche Geheimnisse verbirgt Vidar? Wem kann sie trauen? Naya muss auf ihr Herz hören, doch das ist leichter gesagt als getan ... 
 
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Woher kam die erste Eingebung zu dieser Geschichte und was bewegte dich dazu, die blühende Metropole New York als Schauplatz auszuwählen? 

Die meisten meiner Geschichten beginnen mit einem Bild, das ohne jede Vorwarnung in mir auftaucht. Genau so war es auch bei „Nacht ohne Sterne“. Ich werde dieses Bild an dieser Stelle nicht verraten, denn ich möchte denen, die das Buch vielleicht gerade lesen, nicht die Spannung verderben. Aber ich kann sagen, dass es eine ganz bestimmte Figur der Geschichte auf eine Weise zeigte, die ein Schlüssel zu ihrem Inneren war. Und rings um diese Figur erkannte ich die Umrisse des nächtlichen New Yorks. Es war also die Geschichte, die sich New York als Schauplatz ausgesucht hat, und ich habe mich sehr darüber gefreut, denn ich liebe diese Stadt. Umso mehr jetzt, da ich zur Recherche an etlichen Orten von „Nacht ohne Sterne“ gewesen bin, und zwar sowohl über als auch unter den Straßen New Yorks. 

Stand die Handlung schon von Beginn an fest, oder entwickelten Plot und Charaktere während des Schreibens auch mal ein Eigenleben? 

Beides! Zwar habe ich recht genau geplant, ehe ich mit dem Schreiben begonnen habe (sprich: mich an den Bildern entlang gehangelt, die ich von der Geschichte bereits kannte, und mich langsam weiter vorgetastet). Aber sowohl der Plot als auch die Charaktere haben ein Eigenleben entwickelt, und es ist mitunter ganz schön anstrengend, wenn eigenwillige Figuren aus heiterem Himmel so ganz andere Ideen haben als ich. Gleichzeitig ist gerade das allerdings auch mein erklärtes Ziel beim Schreiben: die Welt, die sich mir eröffnet, zum Leben zu erwecken, denn nur dann kann sie den Leser verschlingen – mit Haut und Haaren.

In deiner Geschichte tummeln sich zwei verschiedene Elfenarten: Die Lichtelfen und die Dunkelelfen. Kannst du uns schon ein wenig mehr zu den beiden Gruppen verraten?

Die Lichtelfen, in ihrer eigenen Sprache Askari genannt, leben unerkannt unter den Menschen und sind verfeindet mit den Bharassar – den Dunkelelfen, die in der Unterwelt New Yorks leben. In lang vergangener Zeit herrschte Frieden zwischen den Völkern, doch dann ... „war Krieg über die Völker gekommen, den der mächtige Lichtelf Lyrion mit einer magischen Grenze zwischen Ober- und Unterwelt beendet hatte. Seither bewohnte das Volk des Lichts das magische Refugium Valdurin, das wie ein verborgener Traum in der Welt der Menschen lag, während die Dunkelelfen sich in die Unterwelt Rascadon voll düsterer Schönheit zurückgezogen hatten. Nur hin und wieder gelang es Einzelnen von ihnen, durch die sich wandelnde Grenze in die Oberwelt zu gelangen, doch meist kamen sie nicht weit. Jeder Krieger des Lichts strebte danach, seine Macht an einem Bharassar zu probieren. Gegen eine solche Kreatur zu bestehen, sie niederzustrecken oder in die Schatten zurückzutreiben, aus denen sie gekommen war – das war eine Heldentat, die von den Askari hoch geachtet wurde. Denn die Elfen der Dunkelheit galten als gefährliche Bestien und es gab nichts, das in der Welt des Lichts stärker gefürchtet wurde als sie“. So steht es auf den ersten Seiten der Geschichte ... und der weitere Verlauf wird zeigen, wieviel Wahrheit in diesen Worten steckt. 


"Von perfekten Hauptfiguren halte ich nicht viel" 
Gesa Schwartz


Inwieweit kannst du dich mit deiner Protagonistin Naya identifizieren? Was macht sie für dich zur perfekten Hauptfigur für deine Geschichte?

In gewisser Weise kann ich mich mit all meinen Figuren identifizieren, weil jede einzelne von ihnen Bruchstücke von mir in sich trägt. Wie groß diese Splitter allerdings sind, welche Figuren mir also besonders ähnlich oder unähnlich sind, wird mein Geheimnis bleiben. Von perfekten Hauptfiguren halte ich nicht viel (es gibt doch nichts Langweiligeres, als perfekt zu sein), und gerade deshalb mag ich Naya sehr: weil sie eben nicht perfekt ist. Letzten Endes ist sie ein junges Mädchen mit einer besonderen Geschichte, das allen Widerständen zum Trotz ihren Weg geht – und das aus Gründen, die nicht von außen kommen, sondern aus ihrem eigenen Inneren. Diese Stärke schätze ich sehr, und es hat mir viel Freude bereitet, Naya dabei zuzusehen, wie sie sie langsam in sich entdeckt und beginnt, ihr zu vertrauen. Welche Projekte planst du für die Zukunft? Können wir uns vielleicht schon bald auf eine Fortsetzung von „Nacht ohne Sterne“ freuen? „Nacht ohne Sterne“ ist ein Einzelband, aber gerade schreibe ich an einer neuen Geschichte, die ebenfalls im Genre der Phantastik anzusiedeln ist. Worum es sich dabei handelt, darf ich allerdings leider noch nicht verraten, auch wenn ich es zu gern tun würde ... Was möchtest du deinen Lesern zum Abschluss noch gerne sagen? Allen, die „Nacht ohne Sterne“ lesen, wünsche ich dabei ganz viel Freude. Und wenn ihr mehr über meine Geschichten oder mich wissen möchtet, kontaktiert mich gern über meine Homepage (gesa-schwartz.de) oder meine Autorenseite bei Facebook (facebook.com/gesaschwartz). Und ja – dort gibt es auch jede Menge Bilder von meinem Wolf ... äh ... Hund. :) 

An dieser Stelle möchte ich mich nochmals herzlich bei dir bedanken Gesa, dass du dir Zeit für meine Fragen genommen hast! ♥ 




Weitere Werke der Autorin 
http://www.egmont-lyx.de/buch/nephilim/   http://www.egmont-lyx.de/buch/das-erbe-des-lichts/


Hoffentlich hattet ihr Spaß beim Lesen und seid vielleicht auch ein wenig neugierig geworden. Ich bin es auf jeden Fall und freue mich, dass Nacht ohne Sterne bereits auf meinem Nachtkästchen auf mich wartet!
Werdet ihr das Büchlein auch im Herbst lesen, oder steht es vielleicht schon auf eurer WuLi?


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1 Dünger dagelassen:

  1. Huhu :)
    Tolles Interview! Die Autorin schient ja echt sympathisch und ähm ... verschroben zu sein? :D
    Nene, fand ich echt gut :)
    "Nacht ohne Sterne" hab ich mir Donnerstag gekauft und nun wartet es auf mich ;))

    LG<3
    Anna

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